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Namensschilder für Messen drucken: So gehst du vor

23.07.2026 · 7 min Lesezeit · Von Felix Schwencke

Namensschilder für die Messe drucken: selbst, in der Druckerei oder direkt beim Check-in. Formate, Befestigung, Design-Regeln und Checkliste im Guide.

Inhalt

    Namensschilder wirken wie ein Detail, entscheiden aber über zwei Dinge, die auf jeder Messe zählen: wie schnell dein Einlass läuft und wie leicht Menschen ins Gespräch kommen. Trotzdem fällt die Entscheidung oft erst kurz vor dem Termin, wenn die Zeit knapp ist.

    Dieser Guide zeigt dir die drei Wege, Namensschilder für Messen zu drucken: selbst drucken, drucken lassen oder direkt beim Check-in vor Ort drucken. Dazu bekommst du die bewährten Formate, Design-Regeln und eine Checkliste für den Messetag. Am Ende kannst du alles ohne fremde Hilfe umsetzen.

    Die drei Wege im Überblick

    • Geeignet für · Selbst drucken: bis ca. 100 Teilnehmende · Drucken lassen: fixe Gästelisten, hochwertige Optik · Vor Ort drucken: Messen und Kongresse mit laufenden Anmeldungen
    • Vorlauf · Selbst drucken: 1–2 Tage · Drucken lassen: 5–10 Werktage · Vor Ort drucken: keiner, Badge entsteht beim Einlass
    • Kurzfristige Anmeldungen · Selbst drucken: Blanko-Schild + Stift · Drucken lassen: kein Schild ohne Nachdruck · Vor Ort drucken: kein Problem, wird live gedruckt
    • · Selbst drucken: Sortieren und Suchen · Drucken lassen: Sortieren und Suchen · Vor Ort drucken: Scannen, drucken, fertig
      Die Faustregel: Je später sich deine Teilnehmerliste noch ändert und je mehr Personen kommen, desto mehr spricht für den Druck vor Ort. Bei kleinen Formaten mit stabiler Liste reicht der eigene Drucker völlig.

    Format und Material: Was sich auf Messen bewährt hat

    DIN A6 (105 x 148 mm) ist der Standard für Messe-Badges am Lanyard. Das Format bietet genug Platz für einen groß gedruckten Vornamen, Firma, Rolle und einen QR-Code, und es bleibt auch aus ein paar Metern Entfernung lesbar. DIN A7 (74 x 105 mm) funktioniert für kleinere Veranstaltungen oder Schilder mit Clip, wird auf vollen Messeflächen aber schnell zu klein.

    Beim Material hast du zwei sinnvolle Optionen:

    • Papier oder Karton (250–300 g/m²) in einer transparenten Badge-Hülle: günstig, leicht selbst zu drucken, und die Hüllen samt Lanyards kannst du nach dem Event einsammeln und wiederverwenden.
    • Direkt bedruckter, stabiler Karton ohne Hülle: wirkt hochwertiger und spart Plastik, braucht aber eine Druckerei oder einen speziellen Badge-Drucker.

    Wichtig, egal welches Material: Bedrucke beide Seiten identisch. Badges am Lanyard drehen sich ständig. Ein einseitig bedrucktes Schild zeigt die Hälfte des Tages nur seine Rückseite.

    Befestigung: Lanyard, Magnet oder Clip?

    • Lanyard: der Messestandard. Schnell ausgegeben, beschädigt keine Kleidung, gut sichtbar, und das Band lässt sich mit Sponsorenlogos bedrucken. Einziger Nachteil ist das Drehen, siehe oben.
    • Magnet: elegant und lochfrei, gut für Empfänge und Abendformate. Die Ausgabe dauert länger, und für Personen mit Herzschrittmacher sind Magnete ungeeignet. Halte ein paar Clips als Alternative bereit.
    • Clip oder Nadel: günstig und funktional. Nadeln hinterlassen Löcher in Sakko und Bluse, deshalb nur als Notlösung.

    Für eine Messe mit hohem Durchsatz am Einlass ist das Lanyard fast immer die richtige Wahl.

    Gestaltung: Die 2-Meter-Regel und vier weitere Design-Regeln

    1. Der Vorname muss aus zwei Metern lesbar sein. Das heißt: mindestens 28 Punkt, besser größer, dunkle Schrift auf hellem Grund, keine Schreib- oder Zierschriften. Der Nachname steht kleiner darunter.
    2. Firma und Rolle gehören aufs Schild. Sie sind der häufigste Gesprächseinstieg beim Netzwerken und helfen deinem Standpersonal, Besucher richtig einzuordnen.
    3. Farbcodierung nach Kategorie. Besucher, Aussteller, Presse, Crew: eine farbige Kante oder Kopfzeile genügt, und dein Team erkennt auf einen Blick, wer in welchen Bereich darf.
    4. QR-Code einplanen. Ein QR-Code auf dem Badge macht Lead-Erfassung und Zutrittskontrolle möglich, ohne dass jemand Visitenkarten abtippen muss. Wie du damit am Stand Kontakte sammelst, zeigt unser Guide zur Leadgenerierung auf Messen.
    5. Logo dezent halten. Das Eventlogo gehört aufs Schild, aber der Name bleibt das größte Element. Ein Badge ist keine Werbefläche.

    Weg 1: Namensschilder selbst drucken (Schritt für Schritt)

    Für Veranstaltungen bis etwa 100 Teilnehmende mit stabiler Liste ist der Eigendruck völlig ausreichend. So gehst du vor:

    1. Teilnehmerliste als Excel-Datei exportieren. Eine Spalte je Feld: Vorname, Nachname, Firma, Kategorie. Bereinige Tippfehler und Groß-/Kleinschreibung jetzt, nicht am Messetag.
    2. Vorlage anlegen. In Word gehst du über Sendungen, Seriendruck starten, Etiketten und wählst die Vorlage deines Einsteckkarten-Herstellers (zum Beispiel Avery Zweckform). Alternativ gestaltest du das Badge in Canva und fügst die Namen über die Massenerstellung ein.
    3. Testseite drucken. Erst eine Seite auf normalem Papier, Ausrichtung und Schnittkanten prüfen, dann die Auflage.
    4. Drucken, schneiden, einstecken. Vorperforierte Bögen sparen das Schneiden. Danach die Schilder in die Hüllen stecken und Lanyards anbringen.
    5. Alphabetisch sortieren. Nach Nachnamen, in beschrifteten Boxen (A–F, G–M, ...). Das bestimmt am Messetag, wie schnell deine Ausgabe läuft.

    Plane den Aufwand realistisch ein: Bei 100 Personen bist du mit Druck, Schneiden und Sortieren schnell einen halben Tag beschäftigt. Und lege Blanko-Schilder plus einen dicken Stift bereit, denn kurzfristige Anmeldungen kommen immer.

    Weg 2: Namensschilder drucken lassen

    Online-Druckereien und lokale Druckdienstleister übernehmen Druck und Zuschnitt für dich. Du lieferst die Teilnehmerliste als Excel- oder CSV-Datei plus dein Layout, die Druckerei liefert fertige Badges. Prüfe vorher immer den Korrekturabzug, besonders Umlaute und Sonderzeichen in Namen.

    Das Ergebnis ist hochwertig und dein Team spart Arbeit. Der Haken ist der Redaktionsschluss: Je nach Anbieter musst du die Daten 5 bis 10 Werktage vor der Messe einfrieren. Jede Anmeldung danach steht ohne Schild da, und die Schilder stornierter Teilnehmer landen im Abfall. Deshalb bestellen viele Veranstalter 10 bis 20 Prozent Reserve, die sie nie brauchen.

    Sinnvoll ist dieser Weg vor allem für Formate mit fixer Gästeliste und hohem Anspruch an die Optik, etwa VIP-Dinner oder Jubiläen. Für Messen, auf denen sich bis zum letzten Tag Menschen anmelden, passt er selten.

    Weg 3: Vor Ort drucken beim Check-in

    Auf professionellen Messen und Kongressen hat sich ein dritter Weg durchgesetzt: Das Badge wird erst beim Einlass gedruckt. Teilnehmende scannen ihren QR-Code am Check-in, der Badge-Drucker daneben druckt das fertige Namensschild in Sekunden.

    Damit entfällt das komplette Vorab-Thema: kein Sortieren, kein Suchen an der Ausgabe, keine weggeworfenen Schilder von No-Shows. Auch spontane Besucher ohne Anmeldung bekommen ein sauber gedrucktes Badge statt eines handgeschriebenen Zettels. Und Tippfehler korrigierst du direkt am Counter und druckst neu.

    Genau dafür haben wir bei Streavent einen eigenen, selbst entwickelten Badge-Drucker gebaut, der vollständig in das Check-in-Management integriert ist. Ein Praxisvorteil auf Messegeländen: Der Drucker hat eine eingebaute SIM-Karte und braucht kein WLAN, eine Steckdose genügt. Blanko-Badges und Lanyards kannst du direkt mitbestellen, und wer die Hardware vor der Buchung sehen will, kann einen Testdrucker kostenlos anfordern. Am einfachsten zeigen wir dir den Ablauf live in einer kurzen Demo.

    Checkliste für den Messetag

    Egal für welchen Weg du dich entscheidest, diese Punkte gehören auf deine Liste:

    • Blanko-Reserve: mindestens 10 Prozent leere Schilder, Hüllen und Lanyards für Nachzügler
    • Dicker schwarzer Stift für handgeschriebene Notfälle (nur bei Vorab-Druck nötig)
    • Sortierte Ausgabe: Boxen nach Alphabet plus eine separate Station für Besucher ohne Voranmeldung, damit die Hauptschlange nicht stockt
    • Bei Vor-Ort-Druck: Testdruck vor Einlassbeginn, Ersatz-Badge-Rollen griffbereit, Stromanschluss am Check-in geprüft
    • Ersatz-Lanyards am Infostand, denn im Lauf des Tages reißen immer welche
    • Rücknahmebox am Ausgang: Hüllen und Lanyards einsammeln und beim nächsten Event wiederverwenden

    Häufige Fragen

    Welches Format ist Standard für Namensschilder auf Messen?

    DIN A6 (105 x 148 mm) am Lanyard ist der gängige Standard für Messen und Kongresse. Es bietet Platz für Name, Firma, Kategorie und QR-Code und bleibt aus Entfernung lesbar. DIN A7 eignet sich für kleinere Veranstaltungen oder Ansteckschilder.

    Wie drucke ich Namensschilder in Word?

    Über den Seriendruck: Sendungen, Seriendruck starten, Etiketten, dann die Vorlage deines Kartenherstellers auswählen und die Excel-Teilnehmerliste als Datenquelle verbinden. Die Namensfelder fügst du als Seriendruckfelder ein und druckst die komplette Liste in einem Durchgang.

    Sollte ich Namensschilder vorab drucken oder vor Ort drucken?

    Das hängt an deiner Teilnehmerliste. Steht sie mehrere Tage vor dem Event fest, funktioniert Vorab-Druck gut. Auf Messen mit Anmeldungen bis zum letzten Tag, mehreren Kategorien und Laufkundschaft ist der Druck beim Check-in die bessere Wahl: kein Sortieren, keine Fehldrucke, keine Wartezeit an der Ausgabe.

    Was mache ich mit kurzfristigen Anmeldungen und spontanen Besuchern?

    Beim Vorab-Druck hilft nur die Blanko-Reserve mit Stift oder ein Drucker an der Ausgabe. Beim Vor-Ort-Druck ist das der Normalfall: Die Person wird am Check-in nacherfasst und bekommt ihr Badge in Sekunden gedruckt.

    Müssen Namensschilder beidseitig bedruckt sein?

    Am Lanyard: ja. Badges drehen sich beim Tragen ständig, ein einseitiger Druck ist die Hälfte der Zeit unsichtbar. Drucke beide Seiten identisch, dann ist der Name immer lesbar.

    Was kosten Namensschilder für eine Messe?

    Als grobe Orientierung: Beim Eigendruck zahlst du je nach Qualität etwa 1 bis 2 Euro pro Person für Karton, Hülle und Lanyard, plus deine Arbeitszeit. Druckereien liegen je nach Auflage und Material darüber. Beim Vor-Ort-Druck rechnest du je nach Anbieter pro Teilnehmer oder pro Drucker ab; die genauen Konditionen nennt dir der jeweilige Anbieter.

    Über den Autor

    Felix Schwencke

    Co-Founder Streavent

    Felix hat über 200 Events organisiert. Seit 2020 baut er mit Streavent die Plattform, die er sich als Eventmanager selbst gewünscht hätte: Ticketing, Check-in, Streaming und Badge-Druck in einem Tool.