Wiki Erste Schritte Formate & Plattformen Webinar veranstalten: Schritt für Schritt von der Anmeldung bis zum Zertifikat
Erste Schritte

Webinar veranstalten: Schritt für Schritt von der Anmeldung bis zum Zertifikat

17.09.2026 · 11 min Lesezeit · Von Felix Schwencke
Zuletzt aktualisiert: September 17, 2026

Webinar veranstalten in vier Schritten: Anmeldung, Durchführung, Aufzeichnung, Zertifikat. Was du dafür brauchst und was ein Videocall nicht abdeckt.

Inhalt

    Ein Webinar zu veranstalten heißt, vier Dinge zu organisieren: die Anmeldung davor, die Durchführung am Termin, die Aufzeichnung danach und den Beleg, dass jemand tatsächlich dabei war. Der Videocall selbst ist davon der kleinste Teil, und er ist meistens der einzige, den ein Videotool von Haus aus abdeckt. Diese Anleitung geht die vier Schritte der Reihe nach durch und sagt bei jedem, was du dafür brauchst.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Webinar ist eine geplante Online-Session, meist 30 bis 60 Minuten, mit Registrierungsseite, Live-Q&A und Nachbereitung. Der Unterschied zum Videomeeting ist die Anmeldung davor und die Bescheinigung danach.
    • Bei kostenlosen Webinaren melden sich deutlich mehr Menschen an, als am Ende erscheinen, weil die Anmeldung nichts kostet und die Teilnahme keine Anreise verlangt. Automatische Erinnerungen sind deshalb kein Detail, sondern der eigentliche Hebel für die Teilnehmerzahl.
    • Die Aufzeichnung erreicht über die Monate danach oft mehr Menschen als der Live-Termin. Sie gehört von Anfang an in die Planung, nicht in die Nachbereitung.
    • Eine Teilnahmebescheinigung ist online schwerer zu belegen als vor Ort, weil niemand am Einlass steht. Zeitbasierte Zertifikate lösen das, indem sie die tatsächlich verbrachte Zeit aus den besuchten Sessions berechnen.

    Was ein Webinar von einem Online-Seminar unterscheidet

    Ein Webinar ist ein geplanter Online-Vortrag, in der Regel 30 bis 60 Minuten lang, mit einer Registrierungsseite davor und einer offenen Fragerunde am Ende. Der Zweck ist fast immer Wissensvermittlung mit einem Nebeneffekt: Du erfährst, wer sich für dein Thema interessiert, und zwar namentlich.

    Ein Online-Seminar oder eine Weiterbildung ist etwas anderes, auch wenn die Technik dieselbe sein kann. Dort ist das Zertifikat oft der eigentliche Grund der Teilnahme, das Format läuft über mehrere Stunden oder Tage, es gibt Pflichtangaben auf der Bescheinigung, und häufig zahlt ein Arbeitgeber auf Rechnung. Wenn du das planst, ist unser Leitfaden Seminare und Weiterbildungen online organisieren der passendere Einstieg. Diese Anleitung hier bleibt beim reinen Online-Format mit einem Termin.

    Ehrlicherweise gehört noch eine Abgrenzung dazu: Wenn du zwölf Bestandskunden zu einem Produktupdate einlädst, brauchst du keine Plattform, sondern einen Kalendereintrag und ein Videotool. Der Aufwand dieser Anleitung lohnt sich, wenn dein Webinar öffentlich beworben wird, wenn du die Anmeldungen weiterverwenden willst oder wenn am Ende eine Teilnahmebescheinigung herauskommen muss.

    Schritt 1: Anmeldung, Registrierungsseite und Erinnerungen

    Die Anmeldung ist der Punkt, an dem dein Webinar aufhört, ein Meeting zu sein. Sie liefert dir zwei Dinge: eine Liste von Menschen, die du an den Termin erinnern kannst, und die Daten, aus denen später alles Weitere entsteht.

    Halte das Formular kurz. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anmeldungen, und die meisten Felder, die Vertriebsteams sich wünschen, lassen sich später aus der Interaktion ablesen. Name, E-Mail-Adresse und ein Feld, das du für die Qualifizierung wirklich auswertest (Unternehmen oder Rolle), reichen für die meisten Webinare aus. Bei Streavent richtest du die Registrierung und das Ticketing als offenes Formular, als RSVP auf Einladung oder als Bewerbung mit Freigabe ein, je nachdem, ob dein Webinar öffentlich ist oder nicht. Wenn du für die Teilnahme Geld nimmst, legst du Ticket-Typen und Promo-Codes an, und die Rechnung wird automatisch mit der Buchung erstellt.

    Zwei Punkte, die in der Praxis den Unterschied machen:

    • Die Anmeldeseite läuft auf deiner eigenen Domain und in deinem Design. Ein Anmeldeformular in fremdem Design kostet Anmeldungen, weil es aussieht, als hätte man deine Seite verlassen. Eine eigene Domain ist ab Starter möglich, das vollständige Whitelabel ab Pro Event. Alternativ bettest du die Anmeldung direkt auf deiner Website ein, dann bleiben Interessierte ohnehin, wo sie sind.
    • Die Erinnerungen stehen, bevor die erste Anmeldung hereinkommt. Bestätigung sofort nach der Anmeldung mit dem Kalendereintrag, eine Erinnerung am Vortag, eine kurze Erinnerung eine Stunde vorher mit dem Zugangslink. Diese letzte ist die wichtigste, weil ein Webinar keine Anreise erfordert und deshalb im Tagesgeschäft untergeht. Der E-Mail-Builder gehört bei Streavent zum Umfang aller Pläne, die automatischen Erinnerungen ebenso.

    Rechne bei kostenlosen Webinaren damit, dass ein erheblicher Teil der Angemeldeten nicht erscheint. Das ist normal und kein Fehler in deiner Vermarktung. Wie du gegensteuerst, steht ausführlich in unserem Leitfaden dazu, wie du deine No-Show-Rate verringern kannst.

    Schritt 2: Die Durchführung am Webinartag

    Am Termin selbst entscheidet weniger die Technik als die Aufmerksamkeit. Online sinkt sie schneller als im Raum, weil der nächste Browser-Tab immer nur einen Klick entfernt ist. Drei Dinge helfen zuverlässig dagegen.

    Kein Download, kein Konto. Jede Installation, jede Kontoerstellung und jedes Plug-in vor dem Start kostet dich Teilnehmende, die schon zugesagt hatten. Die Webinar-Plattform von Streavent läuft vollständig im Browser, auf dem Desktop wie auf dem Smartphone, ohne Installation.

    Interaktion in kurzen Abständen. Live-Umfragen, ein moderierter Chat und eine Fragerunde, in der die Teilnehmenden die Fragen der anderen sehen und priorisieren können, halten sie bei der Sache. Diese Funktionen gehören bei Streavent zum Plan Pro Event. Plane die erste Umfrage in die ersten zehn Minuten, nicht ans Ende: Wer einmal etwas angeklickt hat, bleibt länger.

    Eine sichtbare Agenda, sobald das Format länger als eine Stunde läuft. Bei längeren Formaten mit mehreren Vortragenden oder parallelen Tracks bildest du das über Sessions ab, inklusive Profilen der Vortragenden mit Foto, Biografie und den zugehörigen Materialien. Sessions sind ab Growth enthalten und darunter als Add-on buchbar.

    Für die Übertragung selbst hast du zwei Wege, und beide sind legitim. Entweder du nutzt die native Videokonferenz beziehungsweise den Livestream der Plattform, buchbar als Add-on für 0,50 € pro Teilnehmer und Stunde. Oder du bleibst bei dem Tool, das dein Team ohnehin kennt, und bettest Zoom, YouTube oder ein anderes System kostenlos in deine eigene Oberfläche ein. Für die Teilnehmenden sieht beides gleich aus, sie bleiben in deiner Umgebung. Wenn dein Format zusätzlich Menschen im Raum hat, findest du die Besonderheiten in unserem Leitfaden zu hybriden Events.

    Schritt 3: Die Aufzeichnung und was danach damit passiert

    Die Aufzeichnung ist der am meisten unterschätzte Teil eines Webinars. Der Live-Termin erreicht die Menschen, die an diesem Dienstag um 11 Uhr Zeit hatten. Die Aufzeichnung erreicht alle anderen, und das über Monate hinweg.

    Drei Entscheidungen triffst du dafür am besten vorher und nicht danach:

    1. Sage zu Beginn, dass aufgezeichnet wird, und sage auch, was in der Aufnahme landet. Wenn klar ist, dass die Vortragenden aufgezeichnet werden und nicht die Teilnehmerkacheln, stellen mehr Menschen eine Frage. Die datenschutzrechtliche Bewertung deines konkreten Setups gehört trotzdem einmal geprüft, gerade wenn du Chat und Q&A mitschneidest.
    2. Entscheide, wer die Aufzeichnung bekommt. Der Versand an alle Angemeldeten, also auch an die No-Shows, ist der Standardfall und der Grund, warum eine hohe Anmeldezahl auch bei niedriger Live-Quote wertvoll bleibt.
    3. Entscheide, wo sie liegt. Ein Videolink in einer E-Mail ist nach zwei Wochen verschwunden. In der Medienbibliothek deiner Webinar-Plattform liegt die Aufzeichnung dagegen zusammen mit den Folien, den Handouts und den weiterführenden Links an einer Stelle, hinter derselben Anmeldung, die schon existiert. Das macht sie auch für spätere Interessenten abrufbar, ohne dass jemand etwas versendet.

    Ein Hinweis zur Technik, damit du das im Budget hast: Die native Aufzeichnung des Livestreams kostet bei Streavent 89 € pro Livestream und ist im Plan Enterprise enthalten. Wenn du dein eigenes Videotool kostenlos einbindest, nimmst du weiterhin mit diesem Tool auf und stellst die Datei anschließend in der Medienbibliothek bereit. Das Ergebnis für die Teilnehmenden ist dasselbe, der Weg dorthin ist ein anderer.

    Schritt 4: Der Nachweis, dass jemand dabei war

    Das ist der Schritt, an dem die meisten Webinar-Tools aufhören, und er ist der Grund, warum Verbände, Akademien und Fachgesellschaften ihn zuerst prüfen. Vor Ort ist der Beleg einfach: Jemand hat eingecheckt, also war er da. Online steht niemand an der Tür.

    Streavent erzeugt die Teilnahmebescheinigung stattdessen aus der erfassten Teilnahme, und es gibt zwei Formen, die unterschiedliche Fragen beantworten.

    • Anwesenheitszertifikate bestätigen, dass jemand teilgenommen hat. Sie entstehen automatisch aus der Teilnahme, ohne dass du eine Liste mit einer Vorlage abgleichst, und sind ab dem Jahresplan Starter enthalten, darunter als Add-on ab 1 € pro Teilnehmer.
    • Zeitbasierte Zertifikate weisen die tatsächlich absolvierte Zeit aus, berechnet aus den besuchten Sessions. Das ist die Form, die du brauchst, wenn Fortbildungsstunden oder Unterrichtseinheiten nachgewiesen werden müssen, und die Form, die ein Videocall grundsätzlich nicht liefern kann. Sie ist im Plan Enterprise enthalten und darunter als Add-on ab 3 € pro Teilnehmer buchbar.

    Der praktische Unterschied zeigt sich an einem einzigen Fall: Jemand kommt um 11:02 Uhr dazu und verlässt das Webinar um 11:06 Uhr wieder. Ein Anwesenheitszertifikat würde ihm bescheinigen, dabei gewesen zu sein. Ein zeitbasiertes Zertifikat weist vier Minuten aus. Wenn deine Teilnahmebescheinigung gegenüber einer Kammer, einem Verband oder einem Arbeitgeber standhalten soll, ist das der Unterschied zwischen einem Dokument und einem belastbaren Dokument.

    Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat setzt Streavent für digitale, hybride und Vor-Ort-Formate ein und beschreibt den Effekt so: „Plattform und App geben uns volle Flexibilität, Zertifikate erleichtern die Nachbereitung.“

    Welche Pflichtangaben auf eine Teilnahmebescheinigung gehören und wie du sie rechtssicher gestaltest, behandeln wir separat im Leitfaden zu Teilnahmebescheinigungen und Zertifikaten für Events.

    Nach dem Webinar: auswerten und nachfassen

    Zwei Auswertungen lohnen sich, und beide dauern zusammen keine Viertelstunde, wenn die Daten an einer Stelle liegen.

    Die erste ist die Formatfrage: wie viele der Angemeldeten live dabei waren, wie lange sie geblieben sind, an welcher Stelle die meisten ausgestiegen sind und welche Fragen im Q&A kamen. Der Ausstiegszeitpunkt ist die ehrlichste Rückmeldung, die du bekommst, ehrlicher als jede Zufriedenheitsumfrage. Die Fragen aus dem Q&A sind gleichzeitig deine Themenliste für das nächste Webinar.

    Die zweite ist die Vertriebsfrage: wer lange zugehört, an den Umfragen teilgenommen oder die Unterlagen heruntergeladen hat. Diese Signale liegen in den Analysen und Berichten und lassen sich über die vorhandenen Integrationen und die API an dein CRM übergeben, statt in einer Tabelle zu enden, die niemand mehr öffnet.

    Beim Nachfassen gilt eine einfache Regel: Aufzeichnung, Folien und ein konkreter nächster Schritt gehen innerhalb von 24 Stunden an alle Angemeldeten, also auch an die No-Shows, mit unterschiedlichem Text für die beiden Gruppen. Danach verblasst die Erinnerung an dein Webinar schneller, als die meisten annehmen.

    Womit du das Webinar veranstaltest: dein Videotool oder eine Plattform

    Für ein einzelnes, internes Webinar reicht ein Videotool. Sobald mehrere der folgenden Punkte zutreffen, arbeitest du gegen das Werkzeug an: Du bewirbst das Webinar öffentlich, du willst die Anmeldungen weiterverwenden, du brauchst eine Teilnahmebescheinigung, du wiederholst das Format regelmäßig, oder mehrere Personen aus deinem Team arbeiten an demselben Termin.

    Der Unterschied ist am Ende kein Funktionsvergleich, sondern eine Frage der Datenbasis. Wer sich anmeldet, taucht automatisch in der Teilnehmerliste auf, bekommt die Erinnerung, wird beim Zuschalten erfasst, erhält danach die Aufzeichnung und sein Zertifikat. Niemand kopiert Namen von einem System ins nächste. Streavent gibt die Zeitersparnis über alle Schritte zusammen mit 4 bis 20 Stunden pro Person im Team und pro Event an, abhängig von der Größe des Formats.

    Der Einstieg ist bewusst klein gehalten: Der Plan Self Service beginnt ohne Grundgebühr bei 0,90 € pro Teilnehmer und reicht für Webinare mit bis zu 250 Teilnehmenden, darüber kostet der Plan Pro Event 500 € pro Event plus 0,90 € pro Teilnehmer. Dazu kommt eine Servicegebühr auf bezahlte Tickets (2 % mit eigenem Stripe-Konto, 5,5 % über Streavent). Bei kostenlosen Tickets entfällt sie komplett, und das ist bei Webinaren der Regelfall. Du musst also nicht die gesamte Plattform einführen, um mit einem Webinar zu starten. Wie sich dasselbe Prinzip über alle Eventphasen zieht, beschreibt unser Leitfaden Events professionell managen.

    Häufige Fragen zum Veranstalten von Webinaren

    Wie lange sollte ein Webinar dauern?

    30 bis 60 Minuten sind der Standard, davon etwa zwei Drittel Vortrag und ein Drittel Fragerunde. Alles darüber verlangt eine andere Struktur mit Pausen und Sessions, und dann ist es kein Webinar mehr, sondern ein Online-Seminar.

    Wie viele Anmeldungen brauche ich für eine bestimmte Teilnehmerzahl?

    Plane mit deutlichem Schwund zwischen Anmeldung und Live-Teilnahme, besonders bei kostenlosen Webinaren. Die Zahl schwankt stark je nach Thema, Zielgruppe und Vorlaufzeit, deshalb ist die belastbare Antwort deine eigene: Miss die Quote beim ersten Webinar und rechne ab dem zweiten damit. Erinnerungen und ein bezahltes Ticket verschieben die Quote nach oben.

    Kann ich mein bestehendes Zoom-Konto weiter nutzen?

    Ja. Du verbindest dein Videotool mit Streavent und bettest die Session in deine eigene Oberfläche ein, kostenlos und ohne dass die Teilnehmenden die Plattform verlassen. Anmeldung, Erinnerungen, Aufzeichnung und Zertifikat laufen trotzdem über ein System.

    Wie weise ich die Teilnahme an einem Webinar nach?

    Über die erfasste Teilnahme, nicht über die Anmeldeliste. Anwesenheitszertifikate bestätigen die Teilnahme, zeitbasierte Zertifikate weisen zusätzlich die tatsächlich absolvierte Zeit aus, berechnet aus den besuchten Sessions. Beide entstehen automatisch aus der erfassten Teilnahme, ohne dass jemand eine Liste mit einer Vorlage abgleicht.

    Ist das Ganze DSGVO-konform?

    Streavent wird in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform sowie barrierefrei nach den Anforderungen des European Accessibility Act. Die Zertifizierung nach ISO 27001 und SOC 2 Type II läuft. Wenn du ein externes Videotool einbindest, prüfe dessen datenschutzrechtliche Situation zusätzlich, sie fällt nicht automatisch unter unsere.

    Der Videocall ist der einfachste Teil

    Wenn du ein Webinar planst, fange nicht bei der Frage an, über welches Tool du sendest. Fange bei der Frage an, was am Ende herauskommen soll: eine Liste qualifizierter Interessenten, eine Aufzeichnung, die weiter für dich arbeitet, oder eine Teilnahmebescheinigung, die jemand seiner Kammer vorlegen kann. Die Übertragung ist der Schritt, den jedes Werkzeug beherrscht. Die drei anderen sind es, die den Aufwand rechtfertigen.

    Wenn du sehen willst, wie Anmeldung, Durchführung, Aufzeichnung und Zertifikat bei Streavent an einem Datensatz hängen, buche eine Demo. Wir gehen dabei dein konkretes Format durch, nicht unsere Funktionsliste.

    Über den Autor

    Felix Schwencke

    Co-Founder Streavent

    Felix hat über 200 Events organisiert. Seit 2020 baut er mit Streavent die Plattform, die er sich als Eventmanager selbst gewünscht hätte: Ticketing, Check-in, Streaming und Badge-Druck in einem Tool.